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McPhee/Edwards/Kugel-26.09.

Jazz im Martinschlössl > Free Impro Jazz > zugehört/angehört > JiM-Konzerte 2017

JiM 62 - 26.September 2017
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McPhee / Edwards / Kugel
USA / England / Deutschland
Joe McPhee – alto saxophone, pocket trumpet / John Edwards – double bass / Klaus Kugel - drums, percussion

Only The Strong Survivex

Speziell in musikalischer Hinsicht ist Joe McPhee nach wie vor eine unüberhörbare Stimme des Post-Free Jazz, ein faszinierender Überlebenskünstler. Einer, der konsequent und unbeugsam seine Visionen freier Improvisation im Jazzidiom pflegt und vorantreibt.x
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Auch in diesem neuen Trio wirft McPhee umsichtig und unaufdringlich seine umfassenden musikalischen Grundlagenforschungen in die Waagschale. Vermittelt mit einem Ton tiefster Inwendigkeit, der mit soviel Spirit und emotionaler Wahrhaftigkeit aufgeladen ist, dass man vor Berührtheit schreien möchte.x
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Wohlüberlegt fädelte er die Ereignishaftigkeit ein, ließ sein Altsax teils klagen, teils jubilieren und schleuderte mit seiner Pocket-Trumpet bissige Attacken in den Äther. Es war sowohl Aufschrei der Resignation, hinsichtlich der weltpolitischen Niedertracht und des autokratischen Größenwahnsinns, aber auch einer der Hoffnung, betreffend der zivilgesellschaftlichen Kraftanstrengungen. Und Joe Mcphee ist jemand der den Finger auf offene Wunden hält. Nicht von ungefähr nannte er bereits vor Jahrzehnten eines seiner aufsehenerregendsten Projekte "Survival Unit".x
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Als wesentlicher Herzschlag in den abstrakten, verwegen melodischen Tonketten, die ein stimmiges, reines Klangspiel vorbereiteten, fungierte der Blues – bruchstückhaft und skelettiert, aber auf seiner Urkraft fußend. Besonders durchdringend korrespondierte Bassist John Edwards mit den wunderbaren intuitiven, linearen Klangerfindungen McPhees. Edwards Spiel, rhythmisch stark akzentuiert und energetisch extrovertiert, füllte äußerst akkurat jene Freiräume, die McPhee mit seiner wissenden Zurücknahme offen ließ. Demzufolge rieben, vermengten sich, metrisch unabhängig, motivische Aggregatzustände mit rein klanggenerierten. Darauf folgten Wogen intensivster Spannungsentladungen.x
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Konnte man dem ersten Set eine gewisse unschlüssige Verhaltenheit attestieren,  war das Interplay des Trios im zweiten Set, das der stimmungsvariablen Dramaturgie konziser Stücke folgte, von geradezu telepathischer Verschränktheit.-

xHannes Schweiger / JiM - #31 für www.jazzheinz.com

 

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